Kur bei Schuppenflechte

Die Schuppenflechte ist eine stark juckende Hauterkrankung, die sich in schuppenden Irritationen der Haut manifestiert. Der beschuppte Bereich kann diesbezüglich punktförmig bis handtellergroß sein. Die im Fachjargon auch Psoriasis genannte Hautkrankheit tritt sehr häufig an den Ellenbogen, den Knien sowie auf der Kopfhaut auf, seltener auch am Nabel, am After, am Steißbein, unterhalb der Ohrläppchen oder an den Fingerknöcheln und bisweilen sogar an den Zehen- und Fingernägeln. Bei der Schuppenflechte handelt es sich um eine Dermatose, die nicht ansteckend ist.


Ursache der Schuppenflechte

Die Neigung zur Ausbildung einer Schuppenflechte ist vermutlich erblich bedingt, wobei zudem eine Autoimmunreaktion eine gewisse Rolle spielen kann. So trägt die genetische Veranlagung in der Regel nicht allein Schuld am Ausbruch einer Psoriasis, sondern unter anderem auch bestimmte Umwelteinflüsse.

Schuppenflechte - Kur am Toten Meer

Schuppenflechte - Kur am Toten Meer

©Pascal06 – Fotolia.com

Kur am Toten Meer

Für Psoriasis-Patienten gibt es eine Reihe spezieller Kuren, die das Krankheitsbild deutlich verbessern können. So bewirkt zum Beispiel eine Kur am Toten Meer nicht selten wahre Wunder. Die Kurorte in Jordanien und Israel sind Oasen für Psoriasis-Geplagte aus der ganzen Welt. Das Tote Meer ist ein riesiger See, dessen Salzgehalt derart hoch ist, dass der Badende bequem auf der Wasseroberfläche liegen kann. Die am Toten Meer gelegenen Hotels sind auf die medizinische Betreuung von Schuppenflechte-Patienten spezialisiert. Neben der außergewöhnlichen Eigenschaft des Wassers spielt bei einem Aufenthalt am Toten Meer unter anderem auch die Sonne bei der Behandlung der Schuppenflechte eine gewisse Rolle. In abgetrennten Bereichen können sich die Patienten im Rahmen ihres Kuraufenthaltes nackt sonnen. Um möglichst erfolgreich zu sein, sollte eine Kur am Toten Meer wenigstens drei Wochen dauern.

Kur in Island

Doch nicht nur bei einer Kur am Toten Meer können die Patienten ihr Leiden auf eine effektive Weise lindern. Ein Aufenthalt in Island bringt Menschen mit Schuppenflechte ähnliche Vorteile. Das Thermalwasser in der Blauen Lagune ist zwischen 37 ° und 39 ° Celsius warm. Die darin enthaltenen Mineralsalze, Grünalgen sowie der Kieselschlamm wirken bezüglich der Schuppenflechte heilend. Das Wasser, mit dem die Blaue Lagune gespeist wird, wird aus 200 Metern Tiefe an die Erdoberfläche befördert.

Kassenzuschuss

Wer in Deutschland kuren und zugleich die Vorteile eines Kassenzuschusses nutzen möchte, der kann dies in verschiedenen Fachkliniken tun, beispielsweise in Bad Mergentheim oder in Norddeutschland. Insbesondere das maritime Klima an der Nord- und Ostsee tut Psoriasis-Patienten sehr gut. Wie in Island oder am Toten Meer dauert eine Kur auch hier mindestens drei Wochen, im Idealfall auch länger. Bei der Wahl des Kurortes kann sich der Patient vom Arzt beraten lassen, wobei die individuellen Wünsche selbstverständlich in der Regel Berücksichtigung finden. Eine solche Kur kann aus eigenen Mitteln finanziert werden. In vielen Fällen besteht jedoch die Möglichkeit, von der jeweiligen Krankenkasse, bzw. Rentenversicherung einen Zuschuss, bzw. eine komplette Kostenerstattung zu erhalten.

Behandlungsarten

In den Kureinrichtungen sind spezielle Fachärzte anwesend, die für den Kurgast einen persönlichen Behandlungsplan erstellen. Der Anspruch auf eine Kur besteht in der Regel im vierjährigen Abstand. In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei einem sehr schweren Krankheitsverlauf, kann auch öfters zur Kur gefahren werden. Zumeist wird die Schuppenflechte mit einer Hydrotherapie behandelt. Des Weiteren werden Methoden angewandt, die mittels Interferenzstrom funktionieren. Doch auch die Reizklima-Therapie oder ein Aufenthalt in der Kältekammer hat schon sehr vielen Patienten geholfen. Neben verschiedenen Naturheilverfahren bieten manche Kliniken auch eine Musiktherapie oder eine Laserbehandlung an. In Bernried-Rebling werden Psoriasis-Patienten darüber hinaus mit einer speziellen Fischart erfolgreich von ihrem Leiden erlöst. Die ursprünglich in der Türkei beheimatete Rötliche Saugbarbe ist auch unter der Bezeichnung „Doktorfisch“ bekannt und ernährt sich von Hautschuppen. Die Kurgäste verbringen mit den Fischen etwa zwei Stunden täglich gemeinsam in einer Badewanne.
Die Patienten reagieren auf die verschiedenen Therapiemethoden allerdings individuell sehr unterschiedlich. Das heißt, was dem einen hilft, kann bei einem anderen Betroffenen unter Umständen keinerlei Wirkung zeigen.

Ernährung

Auch die Ernährung spielt bei der Entwicklung der Psoriasis eine Rolle. Da ein hoher Cholesterinspiegel sowie Diabetes und Bluthochdruck die Symptome der Schuppenflechte verstärken können, sollte diesbezüglich auf eine gesunde Ernährung geachtet und Übergewicht vermieden werden. Daher sollte eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen und eine Reduktion fett- sowie zuckerhaltiger Lebensmittel angestrebt werden. Ebenfalls ungünstig auf den Krankheitsverlauf wirkt sich die Einnahme von Alkohol aus. Teilweise wird auch die Meinung vertreten, dass die in tierischen Lebensmitteln vorkommende Arachidonsäure die Symptome verstärkt. Neben einer bewussten Ernährungsweise kann auch der Abbau von Stress die Schuppenflechte mindern. Da zwischen der Schuppenflechte und der Zöliakie mitunter ein Zusammenhang bestehen kann, können die betreffenden Personen die Hauterkrankung dadurch lindern, indem sie auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten.