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Fangotherapie / Fangokur

Fango ist eines der ältesten Naturheilmittel zur Linderung von Entzündungsschmerzen und zur Entspannung der Muskulatur. Schon zu allen Zeiten setzten sich naturverbundene Menschen gerne in wassergefüllte Lehmkuhlen oder Tonerde-Löcher, weil sie merkten, dass Ihnen das gut tut. Dies taten sie auch mit Thermal-Wasser. Aus diesen Ursprüngen entstanden dann die Thermalwasser-Kuren und die Fango-Therapie.


Fangomischung

Fango ist ein Ton- und Thermalwassergemisch, das etwa zu einem Drittel auch mit Humus angereichert ist. In den Kurorten, werden diese drei Komponenten in Reifebecken zusammengemischt. Für einige Zeit (etwa eine Woche) dürfen die Bestandteile dann ruhen und miteinander in einen heilsamen Austausch treten.

Die Fangomischung, die je nach Anwendung wie ein zäher Brei oder auch in flüssiger Form verwendet wird, hat für den Menschen verschiedene Wirkungen zu bieten. Einerseits wirken der Ton und das Thermalwasser erwärmend, denn sie werden mit einer Temperatur von 42 – 45 Grad auf die Haut dick aufgetragen. Die Silizium und Aluminium-Spuren des Tonerde-Humus-Gemisches tragen noch zur weiteren milden Hautreizung und Erwärmung bei. Der Humus enthält Schwebeteile von verrotteten Pflanzen, die durch die Haut ihre Heilkraft entfalten.

Formen der Fango-Therapie

Die Fango-Therapie wird in zwei Hauptformen angewendet: Sie wird meistens in Form von Brei auf die schmerzenden Stellen dick aufgetragen. Dann wird ein Baumwolltuch darüber gelegt, dieses mit einem Wachstuch überdeckt und der Patient in eine Wolldecke eingewickelt. Die entstehende Wärme erzeugt eine starke Transpiration, die eine erwünschte Reaktion ist. Eine solche Packung dauert etwa 20 Minuten und erfordert eine Nachruhe von mindestens 30 Minuten. Es entsteht eine tiefe Entspannung der Muskulatur, die Haut wird durchblutet, die entzündeten Gelenke reagieren mit dem Nachlassen von Schmerzen. Die Beweglichkeit der Muskeln und Gelenke ist eine der Hauptwirkungen, die sehr wohltuend und nach längerer Anwendung heilend sind.

Fangotherapie

Fangotherapie ©iStockphoto/Igor Gratzer

Sitzbad und Fangobett

Fango kann auch als Sitzbad oder als Ganzpackung verordnet werden. In diesem Falle setzt sich der Patient in einen Holzbottich und wird mit einer Wolldecke über den Schultern ebenfalls zur Transpiration gebracht. Die Wirkung entfaltet sich dann hauptsächlich im Unterkörper. Wer keine Kreislaufbeschwerden hat und Hitze gut verträgt, kann sich auch in ein ganzes Fangobett legen und mit Baumwolltüchern und Decken von den Füßen bis zur Nasenspitze einwickeln lassen. Dies ist eine sehr intensive, aber auch anstrengende Art der Anwendung. Nachruhe ist in diesem Falle besonders wichtig.

Eine Sonderform der Fango-Therapie sind Fango-Bäder, die aus warmem Thermalwasser mit einem geringen Anteil des Ton/Humus-Gemisches angerichtet werden. Früher geschah dies durch Rühren in Holzbottichen, heute übernehmen das moderne Mischanlagen, von denen aus das Wasser in Stahlwannen oder auch in kleine Badebecken geleitet wird.

Fango ist eine sehr natürliche, angenehme und wirksame Form der Physiotherapie. Neben den bekannten Auswirkungen auf die Muskulatur und die Gelenke wurde auch eine Verbesserung der Immunlage und eine geringere Erkältungsbereitschaft festgestellt nach einer solchen Kur.

Fango-Erde und Heilwasser

Natürliche Fango-Erde findet man in bestimmten Regionen Deutschlands und in Italien. Oft in unmittelbarer Nähe zu heißen Quellen, so dass sich die gemeinsame Anwendung von Erde und Heilwasser angeboten hat. Fango gibt es auch als fertige Fango-Packungen in Plastikhüllen in den Apotheken. Diese dienen hauptsächlich zur Wärmeanwendung. Die Pflanzenschwebstoffe können sich in diesem Falle nicht entfalten. Aber bei Muskelkater und schmerzenden Muskeln ist diese Anwendung eine gute Hilfe.