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Thalasso

Die Bezeichnung Thalasso leitet sich von „thalassa“, dem griechischen Wort für Meer, ab. Eine Thalasso-Kur arbeitet demzufolge mit allem, was das Meer zu bieten hat: Neben Meerwasser auch mit Schlicken, Algen, Muschelextrakten, aber auch Meeresluft, Sand und Sonne. Seeheilbäder helfen traditionell Patienten mit Atemwegserkrankungen, Hautkrankheiten oder rheumatischen Beschwerden. Im Zuge der Wellnessbewegung sind die Meerwasseranwendungen wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.


Verschiedene Formen der Thalasso-Kur

Thalasso-Kuren werden mittlerweile in verschiedenster Form angeboten, ob als medizinische Therapie einer bestimmten Erkrankung, einer sogenannten „Medical Wellness“-Kur oder als reine Wellness-Anwendung.

Thalasso

Thalasso @iStockphoto/Miodrag Gajic

Da der Begriff „Thalasso“ nicht geschützt ist, können sich selbst Anbieter im Binnenland, die beispielsweise Anwendungen mit Meeresalgen oder –salzen anbieten, mit dem Thalasso-Prinzip schmücken. Aus diesem Grunde hat der „Verband deutscher Thalasso-Zentren“ einen Kriterienkatalog erarbeitet, der eine echte Thalasso-Kur kennzeichnet. Dazu gehört beispielsweise, dass der Anbieter maximal dreihundert Meter vom Meer entfernt angesiedelt sein darf, über Becken mit unbehandeltem Meerwasser verfügen und durch einen Badearzt kontrollierte gesundheitliche Aktivitäten anbieten muss.

Kriterien für Thalasso-Therapie

Schließlich wurden im Jahre 2002 auf dem „Ersten Internationalen Thalassokongress“ acht verbindliche Kriterien für die Thalassotherapie aufgestellt. Diese umfassen ein durch einen Arzt aufgestelltes therapeutisches bzw. präventives Konzept, den wegen des Reizklimas am Meer gelegenen Behandlungsort, die Verfügbarkeit von Meerwasser zur Inhalation und zu Bäderanwendungen, den Einsatz von Meeresprodukten wie Algen, Schlick, Kreide oder Meersand, die Ausnutzung der Sonneneinstrahlung (Heliotherapie) und der allergenarmen Meeresluft, eine sanfte Bewegungstherapie in Ufernähe sowie begleitende gesundheitsbildende Maßnahmen wie etwa Ernährungsberatung. Meeresprodukte werden dem Körper hierbei sowohl innterlich als auch äußerlich zugefügt, das Spektrum umfasst Bäder in frisch geschöpftem Meerwasser, Schlick-Packungen aber auch physikalische Anwendungen und Algencocktails. Alle Anwendungen werden nach einem Eingangcheck durch einen Thalasso-Arzt individuell festgelegt. Eine klassische Thalasso-Kur dauert eine Woche, jedoch hat der moderne Zeitgeist auch verschiedene Kurzprogramme für ein Wochenende oder gar nur einen Tag hervorgebracht.

Ziel der Thalasso-Kur

Ziel der Thalasso-Kur ist es, verbrauchte Energien zu erneuern, den Stoffwechsel anzuregen und die Abwehrkräfte zu steigern. Ein positiver Nebeneffekt ist die Klärung und Straffung der Haut. Vorbeugend profitiert im Prinzip jeder Mensch von der Thalassotherapie, mit Ausnahme von Patienten mit Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Bluthochdruck oder Kreislaufschwäche. Auch bei bestimmten Krebserkrankungen oder dem Vorliegen einer Schwangerschaft sollte vor Antritt einer Thalasso-Kur ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Neben der Thalasso-Kur als medizinisches Heilmittel bzw. zur Gesundheitsprävention dient sie oftmals auch als rein kosmetisches Angebot. So gibt es beispielsweise (Day-)Spas, die sich „Thalasso-Ressorts“ nennen. Wie auch die Gesundheitsangebote nutzen die kosmetischen Anwendungen den Reichtum des Meeres an Vitaminen, Mineralien, Proteinen, Spurenelementen und Aminosäuren. Ihre innerliche Anwendung als Nahrungsergänzungsmittel verspricht ein gestärktes Immunsystem, das letzten Endes zu einer strahlenden, schönen Haut führen soll.

Algenpackung

Ein Beispiel für die äußerliche Anwendung von Thalasso-Produkten ist die Algenpackung. Mikropulverisierte Algen wirken auf den Körper entschlackend und entgiftend, regen den Stoffwechsel an, mineralisieren und erfrischen. Fettdepots können abgebaut werden, die Haut wird mit wertvollen Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen versorgt. Eine Algenpackung oder -gesichtsmaske bei der ausgebildeten Kosmetikerin wirkt fast wie ein Mini-Urlaub am Meer.

Manche Anbieter haben sich auch auf Thalasso-Produkte für den Hausgebrauch spezialisiert. Da gibt es Schlamm, Pulver, Algenmixturen und Meersalze, ob in Form von Duschtabletten, Badesalzen oder Haarpackungen. Sicherlich können diese Produkte keine echte Thalasso-Kur ersetzen, aber sie können ein bisschen Meer ins heimische Badezimmer bringen.